
Fit Für Fieber – ein Forschungsprojekt für Familien und Kinderarztpraxen
Wir untersuchen, wie Eltern sich informieren und entscheiden, wenn ihr Kind Fieber hat –
und wie Kinderarztpraxen sie dabei unterstützen können.
Das Projekt
Das Innovationsfondsprojekt Fit Für Fieber erprobt ein vergütetes ärztliches Aufklärungsgespräch, in dem Kinderärztinnen und Kinderärzte Eltern zum leitliniengerechten Umgang mit Fieber bei Kindern beraten. Hierzu nehmen Ärztinnen und Ärzte aus etwa 170 Kinder- und Jugendarztpraxen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen an einer Online-Schulung zur aktuellen Fieber-Leitlinie teil. Im Anschluss erhalten diese Praxen ein Paket mit Informationsmaterialien, das ihnen ermöglicht, in kurzer Zeit über Fieber aufzuklären. Diese Beratungsleistung wird erstmals vergütet. Ergänzend werden Eltern über die PraxisApp „Meine pädiatrische Praxis“ des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte mit Informationen und Kurzfragebögen versorgt. Die Fieber App (FeverApp) und weitere digitale Angebote begleiten die Eltern zusätzlich im Alltag.
In einer begleitenden Vergleichsstudie in Zusammenarbeit mit den Kassenärztlichen Vereinigungen wird untersucht, wie sich diese neue Versorgungsform auf das Verordnungsverhalten, die Notfallvorstellungen sowie die gesundheitsökonomische Gesamtsituation auswirkt. Eine Befragung zur Einstellung gegenüber Fieber und eine ausführliche Wirksamkeitsanalyse komplettieren das Forschungsdesign.
Projektlaufzeit: 01.11.25-31.10.2028
Hintergrund
Fieber verstehen: Schutz- und Warnmechanismus des kindlichen Organismus
Fieber wird in der Kinder- und Jugendmedizin seit jeher als wesentliches Anzeichen einer Erkrankung betrachtet. Dabei verbessert die erhöhte Körpertemperatur die Funktion des Immunsystems und unterstützt den Genesungsprozess. Dennoch löst Fieber bei vielen Eltern Ängste aus und ist Anlass für überproportional häufige Notfallvorstellungen in kinderärztlichen Praxen und Ambulanzen. Zusätzlich kommt es zu unnötigen Antibiotikaverordnungen, was insbesondere das Risiko von Antibiotikaresistenzen und damit verbundene Belastungen für Körper, Umwelt sowie das Gesundheitssystem erhöht.
Für einen leitliniengerechten Umgang mit Fieber
Der Umgang mit Fieber ist komplex: neben der physiologischen Schutzfunktion spielen auch elterliche subjektive Ängste und Wissenslücken eine Rolle. Eltern reagieren auf erste Anzeichen einer erhöhten Körpertemperatur sehr unterschiedlich, beeinflusst durch eigene Erfahrungen, kulturelle Prägungen und den individuellen Informationsstand. Diese Faktoren prägen sowohl den alltäglichen Umgang mit dem fiebernden Kind als auch die Entscheidung über medikamentöse Maßnahmen.

Was steht hinter dem Projekt?
Fit für Fieber ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Witten/Herdecke, des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte, des Instituts für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie der Universität Düsseldorf und der Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein, Westfalen-Lippe, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayerns. Gefördert wird es aus Mitteln des Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss. Die Durchführung erfolgt nach den geltenden datenschutzrechtlichen und ethischen Standards.
Teilnahme von Familien
Familien nehmen über teilnehmende Kinder- und Jugendarztpraxen am Projekt teil. Wenn Ihre Praxis bei Fit für Fieber mitmacht, erhalten Sie alle weiteren Informationen über das Projektteam.
Informationen für Kinder- und Jugendarztpraxen
Kinder- und Jugendarztpraxen spielen eine zentrale Rolle bei der Aufklärung von Familien rund um das Thema Fieber. Teilnehmende Praxen erhalten Zugang zu einer Online-Schulung sowie zu Materialien für die Umsetzung in der Sprechstunde – die Beratungsleistung wird vergütet.
Projektleitung

Prof. Dr. med.
David Martin
Konsortialführung und Institutsleiter
Fakultät für Gesundheit
(Department für Humanmedizin) | Institut für Integrative Medizin (IfIM)
Gerhard-Kienle-Weg 4
58313 Herdecke

Prof. Dr. med. Dipl. Med. Inf. (FH)
Ekkehart Jenetzky
Projektführung und Datenverarbeitung
Fakultät für Gesundheit
(Department für Humanmedizin) | Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin
Gerhard-Kienle-Weg 4
58313 Herdecke
Förderer und Konsortialpartner



